Agenda

Oktober

Stadt.Land.Schluss

Marktoberdorf / DE
– 18.10.2019
stadt-land-schluss.eu 

Die ländliche Provinz verödet, während die zunehmende Urbanisierung die städtischen Mietpreise in dystopische Höhen treibt. Das von der Designgruppe Koop ins Leben gerufene Symposium „Stadt.Land.Schluss“ möchte diese Diskrepanz überwinden helfen. Dazu werfen die Veranstalter und Vortragenden einen Blick aus transdisziplinärer Perspektive auf den ländlichen Raum nicht als romantisierten Sehnsuchtsort, sondern als Lebens- und Arbeitsraum, als Entwicklungsraum mit Reserven für die Zukunft. Unter den Vortragenden sind der Kommunikationsdesigner Ruedi Baur, Patrick Lüth vom interdisziplinären Büro für Architektur, Produkt- und Grafikdesign Snøhetta, der Humangeograf Gerhard Henkel sowie der von jungen Gestaltern unterschiedlicher Disziplinen gegründete Verein Stadtlücken, der sich für die Entwicklung lebenswerter Städte engagiert. Noch bis zum 30. August 2019 können sich Gestalter mit ihren Projekt-, Bachelor- oder Masterarbeiten für einen Pecha-Kucha-Vortrag bewerben.

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Frankfurter Buchmesse

Messe Frankfurt / DE
– 20.10.2019
buchmesse.de 

Die Frankfurter Buchmesse prägt in diesem Jahr wieder auf die gesamte Rhein-Main-Region. Zahlreiche Kultureinrichtungen widmen dem diesjährigen Ehrengast Norwegen Ausstellungen, Konzerte und Theaterstücke. Das DAM beleuchtet ab dem 14. September die Eigenheiten norwegischer Architektur in der Ausstellung „Hunting High and Low“; das MAK zeigt in „House of Norway“ ab 11. Oktober Arbeiten aus Design, Handwerk und Architektur. Den Zuschlag für die Gestaltung des norwegischen Pavillons erhielten Luis Callejas und Charlotte Hansson vom Architekturbüro LCLA, in Zusammenarbeit mit Manthey Kula. „Norway Tells“ lautet der Name des Projekts, das den Innenraum des Pavillons mit 40 Objekten einrichtet, deren Formen individuellen Sitz- und Lesemöbeln nachempfunden sind, wie sie typisch für norwegische Bibliotheken sind. Inspiriert von literarischen Motiven, entsteht so ein Objektgarten, der weniger die norwegische Natur als eine abstrakte literarische Landschaft erschafft.

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FOOD: Bigger than the Plate

Victoria and Albert Museum, London / GB
– 20.10.2019
vam.ac.uk 

Vom gustatorischen Experiment bis hin zum Urban Farming-Projekt, untersucht die aktuelle Ausstellung FOOD: Bigger than the Plate im Victoria & Albert Museum, unsere Beziehung zu Essen. Die Ausstellung stellt über 70 Projekte vor, die einen neuen Blick auf unsere Esskultur werfen und unser Verständnis von Nahrungsmittelherstellung, -handel und -aufnahme radikal umdenken. In spannenden Kooperationen zwischen Künstlern und Designern auf der einen und Köchen, Bauern, Wissenschaftlern und lokalen Gemeinschaften auf der anderen Seite sind vielseitige Antworten auf ein Thema von wachsendem globalen Interesse entstanden. Käse, kultiviert aus menschlichen Bakterien, Insektenwurst, die Rolle des Tisches und die Herausforderungen, die mit der Ernährung der Weltbevölkerung einhergehen werden auf unterschiedlichste Weisen erlebbar.

 

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use-less. Slow Fashion gegen Verschwendung und hässliche Kleidung

Hafenmuseum Speicher IX, Bremen / DE
– 20.10.2019
useless-ausstellung.de 

Die Modeindustrie ist, ökologisch wie sozial betrachet, eine der schädlichsten Industrien weltweit. Die Ausstellung „use-less“, unter prominenter Schirmherrschaft Vivienne Westwoods, zeigt nachhaltige Entwürfe von Studierenden des Studiengangs Modedesign der Hochschule Hannover, die dem dringenden Bedarf eines Wandels innerhalb der Branche Rechnung tragen. Anhand der vorgestellten Projekte zu Ansätzen der restlosen Verwertung (Zero Waste) oder der Ästhetisierung von Reparaturen (Visible Mending) veranschaulicht die Ausstellung den Textilprozess vom Rohstoff bis zur Verwertung und lädt durch eine interaktive Gestaltung Besucher zum Mitmachen ein: An der Strickstation lernen sie die Verarbeitung von Wolle, im „Changing Room“ kann mit Mode am eigenen Leib experimentiert werden.

Die Besucher sollen den eigenen Modekonsum hinterfragen: Laut Greenpeace hat sich dieser seit dem Jahr 2000 verdoppelt. Impulse hierfür sollen unter anderem Workshops, Führungen und Lesungen geben, in Talk-Runden zu den Themen Nachhaltigkeit und faire Löhne wird im Oktober über die Zukunft der Industrie diskutiert.

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Living in a Box. Design und Comics

Vitra Schaudepot, Weil am Rhein / DE
– 20.10.2019
design-museum.de 

„What an uncomfortable chair“, beschwert sich Moominpappa, der es lieber praktisch und traditionell mag, 1958 in dem beliebten schwedischen Comic „Moomin“ über den Butterfly Chair der Grupo Austral von 1938. Seit Comics gesellschaftlich relevant geworden sind, übernimmt Design die vermittelnde Rolle zwischen imaginierter Comicwelt und unserem Alltag. Ab dem 24. Mai 2019 präsentiert das Vitra Design Museum diese spannende Beziehung in der Ausstellung „Living in a Box“ im Vitra Schaudepot anhand beispielhafter Comiczeichnungen, Graphic Novels und ergänzender Designobjekte. Auf spielerische Weise wird die Wechselwirkung von Design und Fiktion sowohl in einen historischen als auch in einen hochaktuellen Kontext gesetzt.

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Conversation Piece

Design Museum, Holon / IL
– 26.10.2019
dmh.org.il 

Die Gruppenausstellung mit dem Arbeitstitel „Conversation Piece“ im israelischen Design Museum Holon soll sich mit dem Dialog zwischen zwei oder mehreren Designern, der bei der gestalterischen Arbeit zum Alltag gehört, beschäftigen. Das Arbeiten im Team kann dabei eine Quelle für die eigene Inspiration sein, erfordert aber gleichzeitig auch immer die Übereinstimmung aller Beteiligten, zu jeder Zeit frei denken zu dürfen und das Gegenüber respektvoll zu behandeln, um eine angstfreie Atmosphäre zu schaffen. Die Ausstellung lädt zu diesem Zweck internationale Designer ein, ihre kreativen Dialoge zu visualisieren, zu interpretieren und zu dokumentieren – in Form von Objekten, Räumen oder auch mit interaktiven Arbeiten, die den Besucher direkt mit in die Konversation einbeziehen.

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Edge of Now

Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe / DE
– 27.10.2019
zkm.de 

Die Ausstellung „Edge of Now“ zeigt im Rahmen des Projekts „Three Rooms“ Arbeiten von drei Künstlern aus Südkorea, China und Deutschland: Kim Heecheon, Yang Jian und Verena Friedrich.

Die Ausstellung „Edge of Now“ zeigt im Rahmen des Projekts „Three Rooms“ Arbeiten von drei Künstlern aus Südkorea, China und Deutschland. Das Projekt ist eine Kooperation des ZKM, des Nam June Paik Art Centers in Seoul und des Chronus Art Center in Shanghai zur Förderung junger Medienkünstler. Nach ihrem Auftakt in Seoul ist die Ausstellung bis zum 27. Oktober 2019 in den Lichthöfen 1 und 2 des Zentrums für Kunst und Medien in Karlsruhe zu sehen und wandert im Anschluss nach Shanghai.

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Fast Nichts: Schmuck und Gefäße von Ulla und Martin Kaufmann

Schmuckmuseum, Pforzheim / DE
– 03.11.2019
schmuckmuseum.de 

Geschwungene, simple Formen zeichnen die Arbeiten von Ulla und Martin Kaufmann aus – seit über 50 Jahren entstehen aus ihrer Zusammenarbeit preisgekrönte Werke, die für die Silber- und Goldschmiedekunst richtungsweisend sind. Als Abriss dessen werden bis 3. November Schmuck, Besteck, Gefäße und weitere Objekte des Duos im Schmuckmuseum Pforzheim ausgestellt. 

Ulla und Martin Kaufmann gehören zu den bedeutendsten Goldschmieden der Gegenwart. In ihrer Geburts- und Heimatstadt Hildesheim befindet sich außerdem seit 1970 ihr gemeinsames Atelier. Die Arbeiten sind vielseitig: In den 1980er- und 1990er-Jahren entwarfen sie zum Beispiel die Bestecklinien „Palladio“ und „Passione“ für Wilkens, heute liegt der Fokus auf Goldschmuck, beeinflusst von Bildhauern wie Richard Serra.

Bei zahlreichen Schmuckstücken wie dem Halsreif „Fast Nichts“ bedienen sie sich einer Technik, welche den Verzicht auf Verschlüsse ermöglicht: Die aus Gold geschmiedeten Schmuckstücke schwingen sich wie Bänder um die Formen seines Trägers, halten lediglich durch ihre Spannung und Biegung. Handwerkliche Präzision, Hochwertigkeit und gut durchdachte Designs brachten dem Duo bereits zahlreiche Designpreise für ihre Werke ein, welche grundsätzlich in Zusammenarbeit entstehen.

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table talks. Design-Studierende aus Berlin und Kopenhagen bitten zu Tisch

Kunstgewerbemuseum im Schloss Pillnitz, Dresden / DE
– 03.11.2019
kunstgewerbemuseum.skd.museum 

Barocke Tafeln waren häufig mit dekorativen Figurengruppen oder Landschaftsdarstellungen aus Porzellan geschmückt, die zum Gespräch anregen sollten. Der Begriff „Conversation Piece“ ging im 18. Jahrhundert als Bezeichnung für Kleingruppenporträts in die Kunstgeschichte ein. Auf Einladung des Kunstgewerbemuseums schufen 22 Designstudierende Objekte aus Porzellan, Keramik und Glas, die die barocke Tradition modern interpretieren. Das Projekt ist eine Kooperation der Royal Danish Academy of Fine Arts und der Weißensee Kunsthochschule Berlin. Unter der Leitung von Barbara Schmidt, Professorin für Experimentelles Design in Berlin, und Martin Kaldahl vom Institute of Architecture and Design der Royal Danish Academy lernten die Studierenden die Porzellanherstellung in der Manufaktur Meissen und experimentierten in der Manufaktur Harzkristall in Derenburg mit Glas. Die entstandenen Materialexperimente und Installationen sind als Stillleben im Schloss Pillnitz zu sehen. 

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Game of Drones. Von unbemannten Flugobjekten

Zeppelin Museum, Friedrichshafen / DE
– 03.11.2019
zeppelin-museum.de 

Allein in Deutschland sollen im Jahr 2020 bereits um die 1,2 Millionen Drohnen unterwegs sein. „Es ist eine Technologie, die absolute Gegensätze vereint und daher vor allem auch aus künstlerischer Perspektive zahlreiche Aneignungsmöglichkeiten bietet“, beschreibt die Kuratorin der Ausstellung, Ina Neddermeyer, den ambivalenten Charakter von Drohnen. Sie sind im Massenmarkt angekommen und genießen allgemeine soziale Akzeptanz auch im zivilen Bereich. Zwischen Wissenschaft und Kunst widmet sich das Zeppelin Museum als erstes deutsches Museum mit der Ausstellung Game of Drones einer Technologie, die für ihren beträchtlichen Einfluss in vielen Bereichen, bisher noch sehr wenig Aufmerksamkeit erhält.

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Ost-Berlin. Die halbe Hauptstadt

Museum Ephraim-Palais, Berlin / DE
– 09.11.2019
ost.berlin 

Das Stadtmuseum Berlin feiert das 30-jährige Mauerfalljubiläum mit einer Ausstellung im Museum Ephraim-Palais zu Geschichte und Kultur Ostberlins, die wesentlich von Design und Architektur geprägt wurden, seien es die Bauten der Karl-Marx-Allee, der Fernsehturm, die Weltzeituhr oder das Centrum Warenhaus. Ostberlin war Einkaufsmekka und Schaufenster des Sozialismus.
Mit Modellen, Stadtplänen, Fotografien und Filmen illustriert die Ausstellung die urbane, politische Ostberliner Lebenswelt und das Wohngefühl in der Platte Typ WBS 70, ausgestattet mit Sessel Modell 53693 der Deutschen Werkstätten Hellerau. Daneben die Jeansmodelle Boxer, Wisent, Shanty und
das einzige jemals in der DDR auf den Markt gebrachte Skateboard der Firma Germina. Ein begleitender Essayband mit Beiträgen namhafter Autoren wie Götz Aly, Marion Braschund Lilli Berlin ist im Ch. Links Verlag erschienen.

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Jewelry Making: Past & Present

The Museum for Islamic Art, Jerusalem / IL
– 16.11.2019
islamicart.co.il 

Die Ausstellung „Jewelry Making“ im Museum for Islamic Art teilt sich in drei verschiedene Bereiche, die Schmuckherstellung unter verschiedenen Aspekten heraus betrachten. Unter religiösen, rituellen Gesichtspunkten, werden historische Exemplare aus Christentum, Islam und Judentum vorgestellt, die Auskunft über kulturelle und ethnische Identitäten geben. In einem weiteren Teil werden Objekte zeitgenössischer Künstler präsentiert, die von Motiven und Formen historischer, islamischer Schmuckarbeiten inspiriert wurden und somit Tradition und Wandel sich spannungsreich gegenüberstehen. Der letzte Ausstellungsteil widmet sich der Schmucksammlung der Sängerin Ofra Haza.

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Minimalism / Maximalism

The Museum at FIT, New York / US
– 16.11.2019
fitnyc.edu/museum/ 

Während die Mode der vergangenen Jahre minimalistisch geprägt war, setzt sich seit kurzem mehr und mehr ein Trend zum Maximalismus durch. Das Museum des Fashion Institute of Technology in New York geht in der Ausstellung „Minimalism/Maximalism“ dem Spannungsfeld zwischen diesen Extrempositionen nach, das sich durch die gesamte Geschichte der Mode zieht. Die Ausstellung setzt im 18. Jahrhunderts an, geprägt von einem Ethos des „more is best“, dem ein egalitärer zurückhaltender Stil folgt. Nüchterne schwarze Businessanzüge für Männer im Kontrast zu ornamentreichen Stilen und extremen Silhouetten bei Frauen lassen die Linie im 19. Jahrhundert entlang der Geschlechtergrenze verfolgen. Bis in die Gegenwart zeigt die Ausstellung, wie untrennbar Minimalismus und Maximalismus miteinander verbunden sind.

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Ich bin ganz von Glas. Marianne Brandt und die gläserne Kunst von heute

Industriemuseum, Chemnitz / DE
– 01.12.2019
marianne-brandt-wettbewerb.de 

Glas bildet bei der Ausstellung „Ich bin ganz von Glas. Marianne Brandt und die gläserne Kunst von heute“ im Industriemuseum Chemnitz den Fokus. Die Arbeiten, welche im Rahmen des 7. Internationalen Marianne Brandt Wettbewerbs ausgestellt werden, reichen von illusionistischen Installationen über Skulpturen bis hin zu architektonischen Studien.

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Connecting Afro Futures. Fashion x Hair x Design

Kunstgewerbemuseum, Berlin / DE
– 01.12.2019
smb.museum 

Lange Zeit diente die afrikanische Kultur westlichen Modeschöpfern als Inspirationsquelle. Eine junge Generation afrikanischer Modedesigner ist nun im Begriff, die Vormachtstellung des „westlichen Systems Mode“ aus einem dekolonialen Selbstverständnis heraus zu durchbrechen. Durch Disziplinierung, Reglementierung und Unterwerfung unter westliche Schönheitsideale wurden afrikanische Körper zu einem zentralen Austragungsort kolonialer Machtverhältnisse. Das führte unter anderem dazu, dass traditionelle afrikanische Haarstile beinahe in Vergessenheit gerieten. Heute werden sie als Ausdrucksform kreativer Identitätsbildung wiederentdeckt. Die Kuratorinnen Claudia Banz, Cornelia Lund und Beatrace Angut Oola versammeln die Arbeiten afrikanischer Designer und Künstler aus Uganda, Benin und dem Senegal, die sich in Installationen und multimedialen Arbeiten mit den Themen Mode und Haar auseinandersetzen. Ein Katalog zur Ausstellung mit Essays und Interviews wird im Kerber Verlag erscheinen.

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Das ist Leder! Von A bis Z

Deutsches Ledermuseum, Offenbach am Main / DE
– 29.12.2019
ledermuseum.de 

Die Ausstellung „Das ist Leder! Von A bis Z“ präsentiert in Form eines Lederalphabets eine umfangreiche Auswahl an Objekten aus unterschiedlichen Lederarten, anhand derer die spezifischen Anforderungen für die damit verbundene Gestaltung erläutert werden. Zu den verschiedenen Lederarten wie Rindsund Schafleder, Nubuk- und Velourleder sowie Krokodil-, Straußen- oder Haifischleder bieten sogenannte Medientische, die verschiedene Installationen ansteuern, Informationen zu den wichtigsten Eigenschaften der Materialien und präsentieren mögliche Anwendungsgebiete. Besucher haben außerdem die Möglichkeit, die Materialien selbst zu berühren und zu erfahren. In eigens für die Ausstellung produzierten Kurzfilmen äußern sich zudem Feintäschner, Designer und Produzenten im Rahmen von Kurzporträts zu Themen wie Handwerk, Tradition, Fertigungsprozessen oder der Rolle von Trends.

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SBB CFF FFS

Museum für Gestaltung, Zürich / CH
– 05.01.2020
museum-gestaltung.ch 

Bahnhöfe, Züge und Plakate machen die Schweizerischen Bundesbahnen SBB zu einem Paradebeispiel für Schweizer Design. Das Museum für Gestaltung Zürich widmet sich erstmalig in einer Ausstellung diesem Thema.

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Seltsame Tage – Arno Schmidt und Darmstadt 1955–1958

Technische Universität, Darmstadt / DE
– 05.01.2020
seltsametage.de 
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Unilabor und Konkrete Poesie

Opelvillen, Rüsselsheim / DE
– 12.01.2020
opelvillen.de 

Im Herbst 2017 war er zuletzt in den Schlagzeilen, der 1925 geborene Begründer der konkreten Poesie, Eugen Gomringer. Damals hatte eine falsch verstandene politische Korrektheit sein Gedicht „avenidas“ zum Überstreichen freigegeben und damit Zensur im öffentlichen Raum,trotz aller Proteste vieler kultureller Initiativen, vollzogen. Nun wird Gomringer mit seinen lateinamerikanischen Weggefährten seit den frühen 1950er-Jahren in Rüsselsheim gefeiert, eine Ehrung an der Peripherie und damit so recht passend zu jener Poesie, die „in Buchstaben und Lauten gestaltet wird, wobei diese Mittel immer wieder in Frage gestellt bzw. entdeckt werden.“ (Gomringer) Der Begriff „konkret“ verweist auf die gleichnamige Kunstrichtung, mit der Gomringer vielfältig vertraut war und ist: Als Mitbegründer der Berner avantgardistischen Zeitschrift Spirale, vor allem aber als Sekretär des ersten HfG Ulm-Rektors Max Bill. An der HfG kam es auch zum Besuch brasilianischer Dichter, die ähnliche Ziele wie Gomringer verfolgten, und zeitweise war sogar vorgesehen, die Spirale von Ulm aus zu verlegen. Das ist lange her, und Brasilien, das auf seiner Landesflagge Ordnung und Fortschritt gleichermaßen anstrebt, war seinerzeit ein Ort städtebaulicher Utopie, künstlerischen Aufbruchs und philosophischer Reflexion – man denke nur an Max Benses Buch "Brasilianische Existenz".

So verwundert es nicht, dass es zwischen dem riesigen Land und der kleinen HfG zu Verbindungen kam. So studierten zum Beispiel an der HfG die Grafiker und Künstler Almir Mavignier, Mary Vieira und Alexandre Wollner, und sehr früh und recht kurz, der der subjektiven Fotografie zuzurechnende Geraldo de Barros. Dieser gründete mit Freunden bereits 1954 die Möbelproduktion Unilabor. Deren Produkte wurden in Europa bislang nie in größerem Unfang gezeigt, sodass die Opelvillen hier Pionierarbeit leisten. Was Unilabor versuchte, war Moderne jenseits des Modischen, Orientierung kam etwa von String oder Egon Eiermann. Falsch ist es hierbei, das Mobiliar lediglich als Ausdruck eines Midcentury-Zeitgeistes wahrzunehmen, denn Unilabor ging mit den Organisations- und Arbeitsbedingungen hin zur gleichberechtigten Produktion, zum sozialen Experiment. Das zeigt auch das von de Barros entworfene Logo, eine Zwischenstufe vom Agitprop zur Grafik des Pariser Mai 1968.

 

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111/99. Fragen zur Gestaltungssprache der Moderne

Werkbundarchiv – Museum der Dinge, Berlin / DE
– 13.01.2020
museumderdinge.de 

Bis Anfang nächsten Jahres zeigt das Werkbundarchiv – Museum der Dinge in Berlin vier Ausstellungen, in welchen die Verbindungen zwischen dem 1907 gegründeten Deutschen Werkbund und dem 1919 gegründeten Bauhaus offensichtlich und die von den Institutionen ausgehenden Einflüsse auf die Moderne nachverfolgt werden. Der erste Teil ist aktuell zu sehen und zeigt kommerzielle Grafiken, welche die Entwicklung vom Jugendstil zur Sachlichkeitveranschaulichen.

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Stille Stars: Keramik in Film und Werbung

Porzellanikum, Selb / DE
– 26.01.2020
porzellanikon.org 

Das Porzellanikon Selb rückt in der Ausstellung „Stille Stars“ eine Produktkategorie ins Rampenlicht, die im täglichen Leben meist eine Nebenrolle spielt und doch in unserem Alltag allgegenwärtig ist. Die Rede ist von Keramikartikeln, die in Werbespots von Dr. Oetker bis Kellogg’s zur Inszenierung der beworbenen Produkte dienen und in Filmen und Fernsehserien, wie „Pappa ante Portas“, „Pastewka“ oder „Stromberg“ alltägliche Lebenswelten illustrieren. Die Ausstellung untersucht Einsatz und Wirkung von Keramik- und Porzellanartikeln in Medien von den 1930er-Jahren bis heute, um ihre versteckten Botschaften und Codes offenzulegen. Dabei schaut sie nicht nur auf die Darstellung selbst, sondern gewährt Blicke hinter die Kulissen, wenn die Ausstatterin des Films „Grüner wird’s nicht“ anhand von Filmausschnitten die Wahl der jeweiligen Requisiten erläutert.

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Thonet & Design

Die Neue Sammlung – The Design Museum, Munich / DE
– 02.02.2020
dnstdm.de 

Die Ausstellung „Thonet & Design“ in der Neuen Sammlung in München reflektiert anhand der Unternehmensgeschichte von Thonet 200 Jahre Möbeldesign. Thonet wurde 1819 vom Tischlermeister Michael Thonet gegründet und wurde im Laufe der Zeit zu einem der bedeutendsten Holzmöbelhersteller. In den 1920er-Jahren wendete sich das Unternehmen den damals neuartigen Stahlmöbeln zu, wodurch auch die Verbindung zu verschiedenen Bauhaus-Gestaltern zustande kam. Die Ausstellung zeigt neben den Bugholz- und Stahlrohrmöbeln aber auch Entwürfe zeitgenössischer Designer wie Norman Foster, Stefan Diez, Konstantin Grcic oder Sebastian Herkner. Steffen Kehrle, der die Ausstellung gestaltet hat, entwarf im Rahmen dieser Arbeit außerdem ein Sitzmöbel für die Neue Sammlung.

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Reflex Bauhaus

Die Neue Sammlung – The Design Museum, München / DE
– 02.02.2020
dnstdm.de 

Das hundertjährige Jubiläum des Bauhauses 2019 wird weltweit in einer Vielzahl von Ausstellungen und Projekten begangen. Auch die Neue Sammlung in München nimmt sich der Thematik an und betont gleichzeitig die eigene historische Verbundenheit, entstanden direkt nach der Museumsgründung 1925. „Reflex Bauhaus. 40 Objects – 5 Conversations“ präsentiert in diesem Zusammenhang nicht nur eine Vielzahl originaler Objekte aus dem Bestand der Sammlung, darunter Textilien, Möbel, Leuchten und Keramik, sondern setzt sie auch mit zeitgenössischen Arbeiten in Kontext. Hierfür wurden fünf Künstler eingeladen, eine Position in Dialog mit einem der Exponate zu entwickeln: die Designerin Ayzit Bostan,e Lyrikerin Barbara Köhler, die Architektin Anupama Kundoo, der Komponist Junya Oikawa und die Künstlerin Sofie Thorsen. So soll den Besuchern „die Lesbarkeit von überlieferter Herkunft und heutiger Reflexion“ ermöglicht werden.

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Mary Quant

Victoria & Albert Museum, London / GB
– 16.02.2020
vam.ac.uk 

Als Mutter des Minirocks hat sich Mary Quant in die Modegeschichte des 20. Jahrhunderts eingeschrieben, im Februar 2019 feierte die Designerin ihren 85. Geburtstag. Jetzt widmet ihr das V&A eine Ausstellung, die sich auf ihre prägendsten Jahre zwischen 1955 und 1975 konzentriert, in denen Quant aus ihrer Boutique Bazaar heraus neben dem Minirock mit bunten Strumpfhosen, Regenmänteln aus PVC und maßgeschneiderten Hosen die Mode einer ganzen Generation und den Look des Swinging London prägte. Das Museum greift nicht nur auf die eigene, größte öffentliche Sammlung von Quants Stücken zurück, sondern startete einen landesweiten Aufruf nach Kleidung von Privatbesitzern. 35 Objekte haben es so in die Ausstellung geschafft, die neben den persönlichen Geschichten und Fotos von Frauen in ihrer Lieblingskleidung gezeigt werden.

 

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Wissen in Bildern – Informationsdesign heute

Museum für Gestaltung Zürich, Toni-Areal / DE
– 16.02.2020
museum-gestaltung.ch 

Kung-Fu und Design, Roboterechsen auf dem Cover der Fachzeitschrift Nature – das Museum für Gestaltung Zürich zieht in der Ausstellung „Wissen in Bildern“ vielfältige Verbindungslinien, die Informationsdesign heute eröffnet. So erfassen Sarah Kenderdine und Jeffrey Shaw per Motion Capturing die Kung-Fu-Tradition der chinesischen Hakka-Kultur und machen sie in einer interaktiven Installation erfahrbar. Forscher der HU Berlin digitalisierten die Fossilien einer Urzeit-Echse, um an einem 3-D-gedruckten Roboter dessen Laufbewegung nachzuvollziehen. Sei es der Linienplan für das Projekt einer Rundbahn durch die Pariser Banlieues, der von Integral Ruedi Baur entgegen aller geographischen Gegebenheiten als perfekter Kreis gestaltet ist, oder die visuelle Vermittlung der Folgen des Klimawandels für die Gletscher durch Virtual Reality – der Anspruch ans Informationsdesign ist die möglichst eindeutige Vermittlung komplexer Sachverhalte. Da die Objektivität solcher Gestaltung ein ebenso großes Potenzial zur Manipulation birgt, verlangt es nach einer eigenen Ethik. Dieser nähert sich die Ausstellung über Kai Krauses Arbeit „The True Size of Africa“, in der der Designer die verzerrte Darstellung der Größenunterschiede von Kontinenten auf der Weltkarte zurechtrückt.

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November

table talks. Design-Studierende aus Berlin und Kopenhagen bitten zu Tisch

Kunstgewerbemuseum im Schloss Pillnitz, Dresden / DE
– 03.11.2019
kunstgewerbemuseum.skd.museum 

Barocke Tafeln waren häufig mit dekorativen Figurengruppen oder Landschaftsdarstellungen aus Porzellan geschmückt, die zum Gespräch anregen sollten. Der Begriff „Conversation Piece“ ging im 18. Jahrhundert als Bezeichnung für Kleingruppenporträts in die Kunstgeschichte ein. Auf Einladung des Kunstgewerbemuseums schufen 22 Designstudierende Objekte aus Porzellan, Keramik und Glas, die die barocke Tradition modern interpretieren. Das Projekt ist eine Kooperation der Royal Danish Academy of Fine Arts und der Weißensee Kunsthochschule Berlin. Unter der Leitung von Barbara Schmidt, Professorin für Experimentelles Design in Berlin, und Martin Kaldahl vom Institute of Architecture and Design der Royal Danish Academy lernten die Studierenden die Porzellanherstellung in der Manufaktur Meissen und experimentierten in der Manufaktur Harzkristall in Derenburg mit Glas. Die entstandenen Materialexperimente und Installationen sind als Stillleben im Schloss Pillnitz zu sehen. 

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Fast Nichts: Schmuck und Gefäße von Ulla und Martin Kaufmann

Schmuckmuseum, Pforzheim / DE
– 03.11.2019
schmuckmuseum.de 

Geschwungene, simple Formen zeichnen die Arbeiten von Ulla und Martin Kaufmann aus – seit über 50 Jahren entstehen aus ihrer Zusammenarbeit preisgekrönte Werke, die für die Silber- und Goldschmiedekunst richtungsweisend sind. Als Abriss dessen werden bis 3. November Schmuck, Besteck, Gefäße und weitere Objekte des Duos im Schmuckmuseum Pforzheim ausgestellt. 

Ulla und Martin Kaufmann gehören zu den bedeutendsten Goldschmieden der Gegenwart. In ihrer Geburts- und Heimatstadt Hildesheim befindet sich außerdem seit 1970 ihr gemeinsames Atelier. Die Arbeiten sind vielseitig: In den 1980er- und 1990er-Jahren entwarfen sie zum Beispiel die Bestecklinien „Palladio“ und „Passione“ für Wilkens, heute liegt der Fokus auf Goldschmuck, beeinflusst von Bildhauern wie Richard Serra.

Bei zahlreichen Schmuckstücken wie dem Halsreif „Fast Nichts“ bedienen sie sich einer Technik, welche den Verzicht auf Verschlüsse ermöglicht: Die aus Gold geschmiedeten Schmuckstücke schwingen sich wie Bänder um die Formen seines Trägers, halten lediglich durch ihre Spannung und Biegung. Handwerkliche Präzision, Hochwertigkeit und gut durchdachte Designs brachten dem Duo bereits zahlreiche Designpreise für ihre Werke ein, welche grundsätzlich in Zusammenarbeit entstehen.

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Game of Drones. Von unbemannten Flugobjekten

Zeppelin Museum, Friedrichshafen / DE
– 03.11.2019
zeppelin-museum.de 

Allein in Deutschland sollen im Jahr 2020 bereits um die 1,2 Millionen Drohnen unterwegs sein. „Es ist eine Technologie, die absolute Gegensätze vereint und daher vor allem auch aus künstlerischer Perspektive zahlreiche Aneignungsmöglichkeiten bietet“, beschreibt die Kuratorin der Ausstellung, Ina Neddermeyer, den ambivalenten Charakter von Drohnen. Sie sind im Massenmarkt angekommen und genießen allgemeine soziale Akzeptanz auch im zivilen Bereich. Zwischen Wissenschaft und Kunst widmet sich das Zeppelin Museum als erstes deutsches Museum mit der Ausstellung Game of Drones einer Technologie, die für ihren beträchtlichen Einfluss in vielen Bereichen, bisher noch sehr wenig Aufmerksamkeit erhält.

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Ost-Berlin. Die halbe Hauptstadt

Museum Ephraim-Palais, Berlin / DE
– 09.11.2019
ost.berlin 

Das Stadtmuseum Berlin feiert das 30-jährige Mauerfalljubiläum mit einer Ausstellung im Museum Ephraim-Palais zu Geschichte und Kultur Ostberlins, die wesentlich von Design und Architektur geprägt wurden, seien es die Bauten der Karl-Marx-Allee, der Fernsehturm, die Weltzeituhr oder das Centrum Warenhaus. Ostberlin war Einkaufsmekka und Schaufenster des Sozialismus.
Mit Modellen, Stadtplänen, Fotografien und Filmen illustriert die Ausstellung die urbane, politische Ostberliner Lebenswelt und das Wohngefühl in der Platte Typ WBS 70, ausgestattet mit Sessel Modell 53693 der Deutschen Werkstätten Hellerau. Daneben die Jeansmodelle Boxer, Wisent, Shanty und
das einzige jemals in der DDR auf den Markt gebrachte Skateboard der Firma Germina. Ein begleitender Essayband mit Beiträgen namhafter Autoren wie Götz Aly, Marion Braschund Lilli Berlin ist im Ch. Links Verlag erschienen.

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Minimalism / Maximalism

The Museum at FIT, New York / US
– 16.11.2019
fitnyc.edu/museum/ 

Während die Mode der vergangenen Jahre minimalistisch geprägt war, setzt sich seit kurzem mehr und mehr ein Trend zum Maximalismus durch. Das Museum des Fashion Institute of Technology in New York geht in der Ausstellung „Minimalism/Maximalism“ dem Spannungsfeld zwischen diesen Extrempositionen nach, das sich durch die gesamte Geschichte der Mode zieht. Die Ausstellung setzt im 18. Jahrhunderts an, geprägt von einem Ethos des „more is best“, dem ein egalitärer zurückhaltender Stil folgt. Nüchterne schwarze Businessanzüge für Männer im Kontrast zu ornamentreichen Stilen und extremen Silhouetten bei Frauen lassen die Linie im 19. Jahrhundert entlang der Geschlechtergrenze verfolgen. Bis in die Gegenwart zeigt die Ausstellung, wie untrennbar Minimalismus und Maximalismus miteinander verbunden sind.

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Jewelry Making: Past & Present

The Museum for Islamic Art, Jerusalem / IL
– 16.11.2019
islamicart.co.il 

Die Ausstellung „Jewelry Making“ im Museum for Islamic Art teilt sich in drei verschiedene Bereiche, die Schmuckherstellung unter verschiedenen Aspekten heraus betrachten. Unter religiösen, rituellen Gesichtspunkten, werden historische Exemplare aus Christentum, Islam und Judentum vorgestellt, die Auskunft über kulturelle und ethnische Identitäten geben. In einem weiteren Teil werden Objekte zeitgenössischer Künstler präsentiert, die von Motiven und Formen historischer, islamischer Schmuckarbeiten inspiriert wurden und somit Tradition und Wandel sich spannungsreich gegenüberstehen. Der letzte Ausstellungsteil widmet sich der Schmucksammlung der Sängerin Ofra Haza.

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Ich bin ganz von Glas. Marianne Brandt und die gläserne Kunst von heute

Industriemuseum, Chemnitz / DE
– 01.12.2019
marianne-brandt-wettbewerb.de 

Glas bildet bei der Ausstellung „Ich bin ganz von Glas. Marianne Brandt und die gläserne Kunst von heute“ im Industriemuseum Chemnitz den Fokus. Die Arbeiten, welche im Rahmen des 7. Internationalen Marianne Brandt Wettbewerbs ausgestellt werden, reichen von illusionistischen Installationen über Skulpturen bis hin zu architektonischen Studien.

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Connecting Afro Futures. Fashion x Hair x Design

Kunstgewerbemuseum, Berlin / DE
– 01.12.2019
smb.museum 

Lange Zeit diente die afrikanische Kultur westlichen Modeschöpfern als Inspirationsquelle. Eine junge Generation afrikanischer Modedesigner ist nun im Begriff, die Vormachtstellung des „westlichen Systems Mode“ aus einem dekolonialen Selbstverständnis heraus zu durchbrechen. Durch Disziplinierung, Reglementierung und Unterwerfung unter westliche Schönheitsideale wurden afrikanische Körper zu einem zentralen Austragungsort kolonialer Machtverhältnisse. Das führte unter anderem dazu, dass traditionelle afrikanische Haarstile beinahe in Vergessenheit gerieten. Heute werden sie als Ausdrucksform kreativer Identitätsbildung wiederentdeckt. Die Kuratorinnen Claudia Banz, Cornelia Lund und Beatrace Angut Oola versammeln die Arbeiten afrikanischer Designer und Künstler aus Uganda, Benin und dem Senegal, die sich in Installationen und multimedialen Arbeiten mit den Themen Mode und Haar auseinandersetzen. Ein Katalog zur Ausstellung mit Essays und Interviews wird im Kerber Verlag erscheinen.

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Das ist Leder! Von A bis Z

Deutsches Ledermuseum, Offenbach am Main / DE
– 29.12.2019
ledermuseum.de 

Die Ausstellung „Das ist Leder! Von A bis Z“ präsentiert in Form eines Lederalphabets eine umfangreiche Auswahl an Objekten aus unterschiedlichen Lederarten, anhand derer die spezifischen Anforderungen für die damit verbundene Gestaltung erläutert werden. Zu den verschiedenen Lederarten wie Rindsund Schafleder, Nubuk- und Velourleder sowie Krokodil-, Straußen- oder Haifischleder bieten sogenannte Medientische, die verschiedene Installationen ansteuern, Informationen zu den wichtigsten Eigenschaften der Materialien und präsentieren mögliche Anwendungsgebiete. Besucher haben außerdem die Möglichkeit, die Materialien selbst zu berühren und zu erfahren. In eigens für die Ausstellung produzierten Kurzfilmen äußern sich zudem Feintäschner, Designer und Produzenten im Rahmen von Kurzporträts zu Themen wie Handwerk, Tradition, Fertigungsprozessen oder der Rolle von Trends.

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SBB CFF FFS

Museum für Gestaltung, Zürich / CH
– 05.01.2020
museum-gestaltung.ch 

Bahnhöfe, Züge und Plakate machen die Schweizerischen Bundesbahnen SBB zu einem Paradebeispiel für Schweizer Design. Das Museum für Gestaltung Zürich widmet sich erstmalig in einer Ausstellung diesem Thema.

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Seltsame Tage – Arno Schmidt und Darmstadt 1955–1958

Technische Universität, Darmstadt / DE
– 05.01.2020
seltsametage.de 
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Unilabor und Konkrete Poesie

Opelvillen, Rüsselsheim / DE
– 12.01.2020
opelvillen.de 

Im Herbst 2017 war er zuletzt in den Schlagzeilen, der 1925 geborene Begründer der konkreten Poesie, Eugen Gomringer. Damals hatte eine falsch verstandene politische Korrektheit sein Gedicht „avenidas“ zum Überstreichen freigegeben und damit Zensur im öffentlichen Raum,trotz aller Proteste vieler kultureller Initiativen, vollzogen. Nun wird Gomringer mit seinen lateinamerikanischen Weggefährten seit den frühen 1950er-Jahren in Rüsselsheim gefeiert, eine Ehrung an der Peripherie und damit so recht passend zu jener Poesie, die „in Buchstaben und Lauten gestaltet wird, wobei diese Mittel immer wieder in Frage gestellt bzw. entdeckt werden.“ (Gomringer) Der Begriff „konkret“ verweist auf die gleichnamige Kunstrichtung, mit der Gomringer vielfältig vertraut war und ist: Als Mitbegründer der Berner avantgardistischen Zeitschrift Spirale, vor allem aber als Sekretär des ersten HfG Ulm-Rektors Max Bill. An der HfG kam es auch zum Besuch brasilianischer Dichter, die ähnliche Ziele wie Gomringer verfolgten, und zeitweise war sogar vorgesehen, die Spirale von Ulm aus zu verlegen. Das ist lange her, und Brasilien, das auf seiner Landesflagge Ordnung und Fortschritt gleichermaßen anstrebt, war seinerzeit ein Ort städtebaulicher Utopie, künstlerischen Aufbruchs und philosophischer Reflexion – man denke nur an Max Benses Buch "Brasilianische Existenz".

So verwundert es nicht, dass es zwischen dem riesigen Land und der kleinen HfG zu Verbindungen kam. So studierten zum Beispiel an der HfG die Grafiker und Künstler Almir Mavignier, Mary Vieira und Alexandre Wollner, und sehr früh und recht kurz, der der subjektiven Fotografie zuzurechnende Geraldo de Barros. Dieser gründete mit Freunden bereits 1954 die Möbelproduktion Unilabor. Deren Produkte wurden in Europa bislang nie in größerem Unfang gezeigt, sodass die Opelvillen hier Pionierarbeit leisten. Was Unilabor versuchte, war Moderne jenseits des Modischen, Orientierung kam etwa von String oder Egon Eiermann. Falsch ist es hierbei, das Mobiliar lediglich als Ausdruck eines Midcentury-Zeitgeistes wahrzunehmen, denn Unilabor ging mit den Organisations- und Arbeitsbedingungen hin zur gleichberechtigten Produktion, zum sozialen Experiment. Das zeigt auch das von de Barros entworfene Logo, eine Zwischenstufe vom Agitprop zur Grafik des Pariser Mai 1968.

 

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111/99. Fragen zur Gestaltungssprache der Moderne

Werkbundarchiv – Museum der Dinge, Berlin / DE
– 13.01.2020
museumderdinge.de 

Bis Anfang nächsten Jahres zeigt das Werkbundarchiv – Museum der Dinge in Berlin vier Ausstellungen, in welchen die Verbindungen zwischen dem 1907 gegründeten Deutschen Werkbund und dem 1919 gegründeten Bauhaus offensichtlich und die von den Institutionen ausgehenden Einflüsse auf die Moderne nachverfolgt werden. Der erste Teil ist aktuell zu sehen und zeigt kommerzielle Grafiken, welche die Entwicklung vom Jugendstil zur Sachlichkeitveranschaulichen.

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Stille Stars: Keramik in Film und Werbung

Porzellanikum, Selb / DE
– 26.01.2020
porzellanikon.org 

Das Porzellanikon Selb rückt in der Ausstellung „Stille Stars“ eine Produktkategorie ins Rampenlicht, die im täglichen Leben meist eine Nebenrolle spielt und doch in unserem Alltag allgegenwärtig ist. Die Rede ist von Keramikartikeln, die in Werbespots von Dr. Oetker bis Kellogg’s zur Inszenierung der beworbenen Produkte dienen und in Filmen und Fernsehserien, wie „Pappa ante Portas“, „Pastewka“ oder „Stromberg“ alltägliche Lebenswelten illustrieren. Die Ausstellung untersucht Einsatz und Wirkung von Keramik- und Porzellanartikeln in Medien von den 1930er-Jahren bis heute, um ihre versteckten Botschaften und Codes offenzulegen. Dabei schaut sie nicht nur auf die Darstellung selbst, sondern gewährt Blicke hinter die Kulissen, wenn die Ausstatterin des Films „Grüner wird’s nicht“ anhand von Filmausschnitten die Wahl der jeweiligen Requisiten erläutert.

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Thonet & Design

Die Neue Sammlung – The Design Museum, Munich / DE
– 02.02.2020
dnstdm.de 

Die Ausstellung „Thonet & Design“ in der Neuen Sammlung in München reflektiert anhand der Unternehmensgeschichte von Thonet 200 Jahre Möbeldesign. Thonet wurde 1819 vom Tischlermeister Michael Thonet gegründet und wurde im Laufe der Zeit zu einem der bedeutendsten Holzmöbelhersteller. In den 1920er-Jahren wendete sich das Unternehmen den damals neuartigen Stahlmöbeln zu, wodurch auch die Verbindung zu verschiedenen Bauhaus-Gestaltern zustande kam. Die Ausstellung zeigt neben den Bugholz- und Stahlrohrmöbeln aber auch Entwürfe zeitgenössischer Designer wie Norman Foster, Stefan Diez, Konstantin Grcic oder Sebastian Herkner. Steffen Kehrle, der die Ausstellung gestaltet hat, entwarf im Rahmen dieser Arbeit außerdem ein Sitzmöbel für die Neue Sammlung.

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Reflex Bauhaus

Die Neue Sammlung – The Design Museum, München / DE
– 02.02.2020
dnstdm.de 

Das hundertjährige Jubiläum des Bauhauses 2019 wird weltweit in einer Vielzahl von Ausstellungen und Projekten begangen. Auch die Neue Sammlung in München nimmt sich der Thematik an und betont gleichzeitig die eigene historische Verbundenheit, entstanden direkt nach der Museumsgründung 1925. „Reflex Bauhaus. 40 Objects – 5 Conversations“ präsentiert in diesem Zusammenhang nicht nur eine Vielzahl originaler Objekte aus dem Bestand der Sammlung, darunter Textilien, Möbel, Leuchten und Keramik, sondern setzt sie auch mit zeitgenössischen Arbeiten in Kontext. Hierfür wurden fünf Künstler eingeladen, eine Position in Dialog mit einem der Exponate zu entwickeln: die Designerin Ayzit Bostan,e Lyrikerin Barbara Köhler, die Architektin Anupama Kundoo, der Komponist Junya Oikawa und die Künstlerin Sofie Thorsen. So soll den Besuchern „die Lesbarkeit von überlieferter Herkunft und heutiger Reflexion“ ermöglicht werden.

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Wissen in Bildern – Informationsdesign heute

Museum für Gestaltung Zürich, Toni-Areal / DE
– 16.02.2020
museum-gestaltung.ch 

Kung-Fu und Design, Roboterechsen auf dem Cover der Fachzeitschrift Nature – das Museum für Gestaltung Zürich zieht in der Ausstellung „Wissen in Bildern“ vielfältige Verbindungslinien, die Informationsdesign heute eröffnet. So erfassen Sarah Kenderdine und Jeffrey Shaw per Motion Capturing die Kung-Fu-Tradition der chinesischen Hakka-Kultur und machen sie in einer interaktiven Installation erfahrbar. Forscher der HU Berlin digitalisierten die Fossilien einer Urzeit-Echse, um an einem 3-D-gedruckten Roboter dessen Laufbewegung nachzuvollziehen. Sei es der Linienplan für das Projekt einer Rundbahn durch die Pariser Banlieues, der von Integral Ruedi Baur entgegen aller geographischen Gegebenheiten als perfekter Kreis gestaltet ist, oder die visuelle Vermittlung der Folgen des Klimawandels für die Gletscher durch Virtual Reality – der Anspruch ans Informationsdesign ist die möglichst eindeutige Vermittlung komplexer Sachverhalte. Da die Objektivität solcher Gestaltung ein ebenso großes Potenzial zur Manipulation birgt, verlangt es nach einer eigenen Ethik. Dieser nähert sich die Ausstellung über Kai Krauses Arbeit „The True Size of Africa“, in der der Designer die verzerrte Darstellung der Größenunterschiede von Kontinenten auf der Weltkarte zurechtrückt.

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Mary Quant

Victoria & Albert Museum, London / GB
– 16.02.2020
vam.ac.uk 

Als Mutter des Minirocks hat sich Mary Quant in die Modegeschichte des 20. Jahrhunderts eingeschrieben, im Februar 2019 feierte die Designerin ihren 85. Geburtstag. Jetzt widmet ihr das V&A eine Ausstellung, die sich auf ihre prägendsten Jahre zwischen 1955 und 1975 konzentriert, in denen Quant aus ihrer Boutique Bazaar heraus neben dem Minirock mit bunten Strumpfhosen, Regenmänteln aus PVC und maßgeschneiderten Hosen die Mode einer ganzen Generation und den Look des Swinging London prägte. Das Museum greift nicht nur auf die eigene, größte öffentliche Sammlung von Quants Stücken zurück, sondern startete einen landesweiten Aufruf nach Kleidung von Privatbesitzern. 35 Objekte haben es so in die Ausstellung geschafft, die neben den persönlichen Geschichten und Fotos von Frauen in ihrer Lieblingskleidung gezeigt werden.

 

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FYI: Informationsdesign Konferenz Wien

Brotfabrik, Wien / AT
09.11.2019 – 09.11.2019
fyi-conference.com 

Die FYI Informationsdesign Konferenz Wien widmet sich in Zeiten von Big Data und immer schneller werdenden Informationsaustausch der wachsenden Bedeutung von Informationsdesign. Vergangenes Jahr initiiert, findet die FYI-Konferenz für Informationsdesign dieses Jahr zum zweiten Mal statt. Um zwölf Uhr öffnet der Ankersaal der Wiener Brotfabrik seine Türen für rund 200 erwartete Teilnehmer und bereitet die Bühne für neun Experten, die ihr Wissen in kurzweiligen Vorträgen vermitteln. Es geht um Datenvisualisierung, UX-Design, Informationsjournalismus, Infografik, Signaletik und Orientierung. Darüber hinaus haben fünf ehemalige Studierende die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeiten zu präsentieren: Interessierte Informationsdesign-Absolventen können sich noch bis zum 10. Oktober auf der Webseite der FYI-Konferenz bewerben. Teilnahmeberechtigt sind alle, die ihr Studium nicht vor 2018 abgeschlossen haben. Die ausgewählten Arbeiten sollen in fünfminütigen Präsentationen anhand von zehn Folien vorgestellt werden.

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